Kurz gesagt
Eine Lesebrille macht nur die Nähe scharf und ist ideal, wenn Sie vor allem im Sitzen lesen. Eine Gleitsichtbrille deckt Ferne, Zwischenbereich und Nähe in einem Glas ab und eignet sich für alle, die oft den Blick wechseln. Viele Menschen kombinieren beides, je nach Tätigkeit.
Die Lesebrille: einfach und klar
Eine Lesebrille hat über das ganze Glas eine einheitliche Stärke für eine bestimmte Nähe, meist etwa 35 bis 40 Zentimeter. Dadurch ist das Sichtfeld beim Lesen besonders breit. Der Nachteil: Alles, was weiter entfernt ist, wird unscharf. Wer aufschaut, muss die Brille abnehmen oder über den Rand blicken.
Für Menschen, die nur gelegentlich lesen – abends im Sessel, beim Kreuzworträtsel – ist das oft völlig ausreichend. Wer zusätzlich eine Fernkorrektur braucht, landet allerdings schnell beim ständigen Brillenwechsel.
Die Gleitsichtbrille: eine Brille für alles
Ein Gleitsichtglas vereint mehrere Sehbereiche ohne sichtbare Trennkante. Sie sehen oben in die Ferne, in der Mitte auf Armlänge und unten in die Nähe. Das ist praktisch, wenn Sie unterwegs sind, einkaufen, Auto fahren oder im Gespräch kurz aufs Handy schauen.
Der Preis dafür ist, dass die einzelnen Zonen schmaler sind als bei einer Einstärkenbrille. Die meisten Menschen gewöhnen sich gut daran. Für lange Lesestunden oder viele Stunden am Bildschirm kann eine Zusatzbrille trotzdem angenehmer sein.
Die dritte Option: Arbeitsplatzbrille
Zwischen beiden Welten liegt die Arbeitsplatz- oder Nahkomfortbrille. Sie ist für Nähe und Zwischenbereich optimiert, also etwa Schreibtisch, Bildschirm und Besprechungstisch. Wer viele Stunden am Computer arbeitet, empfindet sie oft als große Erleichterung. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zur Gleitsicht am Bildschirm.
So treffen Sie die Entscheidung
Fragen Sie sich weniger, welche Brille die „bessere“ ist, sondern welche Tätigkeiten Ihren Tag bestimmen. Die folgenden Fragen helfen bei der Orientierung:
- Wie oft wechsle ich am Tag zwischen Nähe und Ferne?
- Brauche ich zusätzlich eine Fernkorrektur?
- Wie viele Stunden verbringe ich lesend oder am Bildschirm?
- Möchte ich eine Brille für alles – oder lieber spezialisierte Brillen?
Warum Kombinationen oft ideal sind
In der Beratung erleben wir häufig, dass zwei Brillen die entspannteste Lösung sind: eine Gleitsichtbrille für den Alltag und eine Lesebrille oder Arbeitsplatzbrille für lange Nahphasen. Das klingt aufwendig, entlastet aber spürbar. Ob das für Sie sinnvoll ist, besprechen wir gern gemeinsam – ohne Druck und mit ehrlicher Einschätzung.
Passende Werkzeuge
Häufige Fragen
Kann ich mit einer Lesebrille Auto fahren?
Nein. Eine Lesebrille macht die Ferne unscharf und ist zum Autofahren nicht geeignet.
Ist eine Gleitsichtbrille immer teurer als eine Lesebrille?
In der Regel ja, weil die Gläser aufwendiger gefertigt werden. Wovon der Preis abhängt, erklären wir in unserem Ratgeber zu Glasqualität und Preis.
Beraten Sie in Ravensburg auch zu Lesebrillen?
Ja. Wir beraten Sie am Marienplatz zu allen Brillenlösungen – auch dann, wenn am Ende eine einfache Lesebrille die richtige Wahl ist.
Quellen und weiterführende Informationen
Fachliche Prüfung durch Claus Erb ausstehend · Stand: 23.10.2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine augenärztliche Untersuchung.



